Sport und Bewegung

Diese Fragerunde findet statt am 7.4.2016 von 17-19h.

„Sport und Bewegung bei Psoriasis-Arthritis“
Herr Dr.med. Walter O Frey, Ärztlicher Leiter Balgrist move>med
Universitätsklinik Balgrist, Forchstrasse 340, 8008 Zürich

http://www.movemed.ch/

Sie können Ihre Frage auch bereits vorgängig eingeben. Die Antworten und Fragen werden direkt am 7.4.2016 aufgeschaltet und live beantwortet.

Frage von Isabelle |

Guten Tag Herr Dr. Frey
Ich leide seit Jahren an Psoriasis und gehe sehr gerne schwimmen. Für mich ist es immer wieder eine grosse Frage, ob das Wasser in Hallenbäder und Aussenbäder für eine betroffene Haut nicht schädlich ist? Auch habe ich bemerkt, dass wenn das Wasser knapp über 20 Grad ist, ich dann sehr starke Rückenschmerzen bekomme. Vermutlich von der Kälte. Denken Sie, dass dieser Umstand für die Schmerzen verantwortlich sein könnte? Mit bestem Dank für die Antworten

Antwort

Liebe Frau Isabelle

Das Baden in Hallenbädern oder Aussenbädern ist für viele Psoriatiker eher eine Frage ob sie sich bis auf das Badekleid in der Öffentlichkeit ausziehen wollen. Ich bin nicht Dermatologe, doch kann Baden durchaus auch Teil der Therapie sein. Die Deutsche Dermatologische Gesellschaft hat eine Studie herausgegeben mit therapeutischen Solebädern und 1200 Psoriasispatienten. Das Baden weiche die oberste Hautschicht auf und diese könne deshalb besser von UV Strahlen durchdrungen werden.

Eine Erklärung warum die Rückenschmerzen bei Wassertemperaturen über 20 Grad zunehmen kann, ich Ihnen auch nicht geben. Falls sie es wirklich als Kälte empfinden, könnte vielleicht dadurch die Muskulatur zusätzlich verkrampft werden und entsprechend Schmerzen verursachen. Wir kennen dies umgekehrt von warmen Bädern, welche in der Regel entspannen und damit das umgekehrte der Fall ist, nämlich eine Linderung der Rückenschmerzen.

Freundliche Grüsse

Dr. med. Walter O. Frey

Frage von Susanne |

Guten Tag, Gerne möchte ich mich erkundigen, was sich als Sportart für mich eignen könnte. Ich habe eine starke Skoliose und dadurch einen Beckenschiefstand. Velofahren und Schwimmen sind meine bevorzugten Bewegungsarten. Haben Sie mir ev. einen guten Tipp wie mit dem Thema gut umzugehen ist, damit ich keinen Schaden oder mehr Schmerzen anrichte? Was muss ich beachten? Mit bestem Dank für die Antwort Susanne

Antwort

Liebe Frau Susanne

Bei einem Beckenschiefstand und einer starken Skoliose, wirkt grundsätzlich die Erdanziehungskraft schräg auf unseren Körper ein. Das tut unserem Körper nicht gut. Somit ist sicherlich das Wasser ein ideales Medium, wo Sie schwerelos sich bewegen können. Was genau Sie dann im Wasser machen ist eigentlich egal, sie können mit oder ohne Flossen schwimmen, Aquajoggen oder Ballspiele im Wasser machen.

Auch das von Ihnen vorgeschlagene Velofahren ist sinnvoll. Achten Sie aber auf den Velotyp. Wahrscheinlich ist ein sogenanntes "Liegevelo" für Sie am angenehmsten und sinnvollsten.

Neben dem allgemeinen Sporttreiben ist es aber auch wichtig, dass sie Ihre spezifischen gezielten Übungen zur Stabilisation der Becken-/Bein- und Wirbelsäulenachsen regelmässig durchführen.

Freundliche Grüsse

Dr. med. Walter O. Frey

Frage von Paul K. |

Guten Tag Hr. Dr. Frey, ich habe seit 20 Jahren eine Psoriasis. Vor 4 Jahren bekam ich einen Fersensporn und hatte grosse Schmerzen. Dies habe ich nun etwas in den Griff bekommen, doch zeitweise spüre ich den Schmerz wieder. Was können Sie mir bei einem Fersensporn empfehlen? Mit bestem Dank und Gruss Paul

Antwort

Lieber Herr Paul K.

Ihr Fersensporn ist Ausdruck einer Fehl- und Überbelastung der Fusssohlensehne. Einfach so für sich alleine macht er keine Schmerzen. Therapeutisch ist es wichtig die Sehne gezielt aufzudehnen, aber auch die hintere Wadenmuskulatur zu kräftigen und aufzudehnen. Leider geht es häufig sehr lange bis zur gänzlichen Schmerzfreiheit. Falls Sie sich nicht sicher sind, müsste eventuell ein/e Physiotherapeut/in Ihnen diese Übungen instruieren. Er/sie könnten dann auch gleichzeitig die Sehne mit Massage positiv beeinflussen.

Gute Besserung und freundliche Grüsse

Dr. med. Walter O. Frey

Frage von Christa Inglin |

Lieber Herr Dr. Frey
Ist es für Personen mit Psoriasis-Arthritis ratsam, vor oder nach der sportlichen Belastung die betroffenen Gelenke beispielsweise mit einer entzündungshemmenden Selbe zu behandeln oder gar Medikamente einzunehmen? Oder verhindern schmerzlindernde Medikamente, die vor einer Belastung eingenommen werden, dass man den Schmerz als Warnsignal einer Überlastung rechtzeitig wahrnimmt?
Ich danke Ihnen für Ihre Antwort.
Freundliche Grüsse
Christa Inglin

Antwort

Sehr geehrte Frau Inglin

Sie stellen da eine ganz wichtige Frage.

Eine sportliche Aktivität löst in der Regel einen sinnvollen, positiven Entzündungsprozess aus. Beim Psoriatiker kann nun diese Reaktion, welche auch im Gelenk stattfinden kann, überschiessend sein. Um sich trotzdem sinnvoll bewegen zu können, macht es durchaus Sinn vor dem Training ein Antirheumatikum einzusetzen, damit diese Entzündungsreaktion sich im normalen Rahmen hält und nicht überschiessend ist. Damit verlieren wir aber den Schmerz als Warn- und Steuerungsinstrument für unser Training. Auch haben wir damit weitgehend das Pulver verschossen, wenn wir unter einem Antirheumatikum zu viel trainieren, da wir dann nicht ohne Überdosierung nochmals ein Antirheumatikum einnehmen können.

Ein Tipp zur praktischen Umsetzung: Treiben Sie Sport bis zu dem Niveau, wo sie auch ohne Antirheumatikum gerade noch ohne Schmerzen aktiv sein können. Setzen Sie nach Rücksprache mit Ihrem Hausarzt versuchsweise einmal ein Antirheumatikum 1/2 bis 1 Stunde vor dem Sport ein. Gehen Sie dann leicht über die vorher bestimmte Belastungsgrenze hinaus und steigern Sie diese dann sukzessive weiter. Bleiben Sie stehts in engem Kontakt mit Ihrem Hausarzt.

Ich wünsche Ihnen dabei viel Erfolg und grüsse Sie freundlich

Dr. med. Walter O. Frey

Frage von Thomas Meier |

Guten Tag Dr. Frey, ich leide an Psoriasis Arthritis. Meine Schmerzen sind oft stark und daher ist es nicht motiviert mich zu bewegen. Was würden Sie mir anraten für einen Sport zu machen? Also die Gelenke schont, aber trotzdem einen positiven Effekt auf die Gesundheit hat? Mit bestem Dank und freundlichen Grüssen

Antwort

Sehr geehrter Herr Meier

Ich kann Sie sehr gut verstehen. Unter Schmerzen sich noch zu bewegen, ist weder motivierend noch macht es Spass.

Umgekehrt ist es für Ihre allgemeine Gesundheit sehr wichtig, dass Sie sich trotzdem bewegen können.

Am besten machen Sie eine Kombination aus Bewegen in warmen Wasser, eventuell die Gelenke vorgängig mit einer entzündungshemmenden Salbe einreiben oder gar eine entzündungshemmende Tablette, nach Rücksprache mit dem Hausarzt einnehmen, oder Sie suchen sich eine Bewegungsart, welche für Sie sehr schmerzarm ist, vielleicht zum Beispiel auf dem "Liegevelo".
Mittel- und langfristig ist es für Sie von allergrösster Bedeutung, dass gerade bei einer Grunderkrankung wie der Psoriasis-Arthritis Sie beständig in Bewegung bleiben.

Ich hoffe Sie haben aus meiner Antwort den einen oder anderen Tipp entnehmen können und wünsche Ihnen positive Erlebnisse bei möglichst schmerzarmer Bewegung.

Freundliche Grüsse

Dr. med. Walter O. Frey

Frage von Erich Kummer |

Guten Tag Dr. Frey, ich habe eine Frage bezüglich Nackenschmerzen. Oft beim Arbeiten oder vorwiegend beim Sitzen plagen mich oft Schmerzen am 7. Halswirbel aufwärts. Was kann ich tun, um die Schmerzen besser in den Griff zu bekommen? Mit besten Grüssen Erich K.

Antwort

Sehr geehrter Herr Kummer

Der Nacken ist leider bei uns allen sehr häufig ein Ort welcher Schmerzen verursacht. Ganz typisch treten Sie, wie von Ihnen geschildert, bei langer sitzender Tätigkeit auf.

In erster Linie gilt es hier Ihren Arbeitsplatz zu optimieren (Stuhl, Tischhöhe, Bildschirm etc.). Gleichzeitig machen Sie Dehn- und Entspannungsübungen für den Nacken und die Schulterpartie. Auch ein warmes Bad oder die warme Dusche für längere Zeit auf den Nacken gerichtet lassen können, die Symptome lindern. Parallel dazu gilt es aber auch die Muskulatur vom Becken bis zur Haarwurzel gezielt aufzubauen, um die sitzende Position besser zu stabilisieren.
Häufig ist man als Laie damit überfordert. Der/die erfahrene Physiotherapeut/in kann hier aber sehr gut weiterhelfen. Eventuell muss ein erfahrener Fachmann einmal Ihre Arbeitssituation analysieren und gezielt entsprechende Verbesserungen anbringen.

Ich wünsche Ihnen dabei viel Erfolg und ein entspanntes motiviertes Arbeiten.


Freundliche Grüsse

Dr. med. Walter O. Frey

Frage von Corinne |

Sehr geehrter Herr Dr. Frey
Helfen bei Rücken- und Gelenkschmerzen auch sanfte Massagen (beispielsweise nach Dorn Breuss) oder sollte bei Entzündungen grundsätzlich auf Massagen verzichtet werden?
Ich danke Ihnen für Ihre Anwort.
Corinne

Antwort

Sehr geehrte Frau Corinne

Bei einem Schmerzgeschehen macht das ganze umliegende Gewebe mit. Insbesondere die Muskeln beginnen sich stark zu verkrampfen. Da ist es sehr sinnvoll mit einer leichten Massage diese wieder zu lösen und so symptomatisch den Schmerz zu lindern. Dies ist durchaus auch erlaubt bei einer entzündlichen Genese des Schmerzes.

Vergessen Sie dabei nicht in den schmerzfreien Intervallen Ihre Muskulatur wieder aktiv zu kräftigen.

Mit freundlichen Grüssen

Dr. med. Walter O. Frey

Frage von Christa |

Sehr geehrter Herr Dr. Frey
Hilft ein gezieltes Beckenbodentraining auch gegen Schmerzen an den unteren Wirbeln? Wie wichtig ist ein starker Beckenboden im Zusammenhang mit Psoriasis-Arthritis bzw. Schmerzen im Bereich der Lendenwirbel?
Herzlichen Dank für Ihre Antwort .
Freundliche Grüsse
Christa

Antwort

Sehr geehrte Frau Inglin

Sie haben vollständig Recht. Ein gezieltes Training der tiefen Beckenmuskulatur ist wichtig und sinnvoll bei Schmerzen im Bereich der unteren Lendenwirbelsäule. Da die Muskeln nur Innerviert und trainiert werden können im schmerzfreien Zustand, ist es daher von grösster Wichtigkeit diese Phasen jeweils auszunutzen um einen Schritt vorwärts zu kommen.

Freundliche Grüsse

Dr. med. Walter O. Frey

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