Neue Therapien

Diese Fragerunde findet statt am 16.6.2016 von 17-19h.

„Neue Therapien bei Psoriasis und Psoriasis Arthritis“

Prof. W.H. BOEHNCKE - Médecin chef de service
Service de Dermatologie
Hôpital Universitaire de Genève
1211 GENEVE

http://www.hug-ge.ch/dermatologie-venereologie

Sie können Ihre Frage auch bereits vorgängig eingeben. Die Antworten und Fragen werden direkt am 16.6.2016 aufgeschaltet und live beantwortet. Fragen auf Deutsch und Französisch sind möglich. Die Antworten werden von der SPVG übersetzt.

Frage von Christa Inglin |

Sehr geehrter Herr Prof. Boehncke
Seit ein paar Jahren sind mit den Biologika Medikamente auf dem Markt, die gezielt systemisch auf den Entzündungsprozess einwirken. Gibt es bereits Aussagen darüber, inwiefern sich die längerfristige Behandlung mit Biologika auswirkt - sowohl auf die Psoriasis wie auch auf die allgemeine Gesundheit beziehungsweise auf das Immunsystem? Welche Faktoren entscheiden darüber, ob Sie einem Patienten im konkreten Fall einen TNF-alpha-Blocker oder einen Interleukin-Hemmer empfehlen? Und wird ein einmal eingesetztes Biologikum über mehrere Jahre angewendet oder wird zwischen den einzelnen Produkten gewechselt?

Ich danke Ihnen sehr herzlich für Ihre Antwort.

Freundliche Grüsse

Christa Inglin

Antwort

Diese Frage ist identisch mit der vorangegangenen. Ich erlaube mir daher, heir auf die dortige Antwort zu verweisen.

Frage von Christa Inglin |

Sehr geehrter Herr Prof. Boehncke
Seit ein paar Jahren sind mit den Biologika Medikamente auf dem Markt, die gezielt systemisch auf den Entzündungsprozess einwirken.
Gibt es bereits Aussagen darüber, inwiefern sich die längerfristige Behandlung mit Biologika auswirkt - sowohl auf die Psoriasis wie auch auf die allgemeine Gesundheit beziehungsweise auf das Immunsystem?
Welche Faktoren entscheiden darüber, ob Sie einem Patienten im konkreten Fall einen TNF-alpha-Blocker oder einen Interleukin-Hemmer empfehlen?
Und wird ein einmal eingesetztes Biologikum über mehrere Jahre angewendet oder wird zwischen den einzelnen Produkten gewechselt?

Ich danke Ihnen sehr herzlich für Ihre Antwort.

Freundliche Grüsse

Christa Inglin

Antwort

Das sind viele wichtige und gute Fragen! -

Bisher ist unklar, ob sich durch die langfristige Einnahme eines Biologikums der Verlauf der Psoriasis ändert. Allerdings wird spekuliert, ob nich tvielleicht dadurch das Auftreten eienr Gelenkbeteiligung verhindert werden könnte (Die Psoriasis-Arthritis entwickelt sich immerhin bei ca. 25% aller Psoriasis-Patienten, meist mehrere Jahre nach Auftreten erster Hautsymptome.).

Was die allgemeine Gesundheit angeht, so gibt es erste Daten, welche nahelegen, dass die langfristige Einnahme von Biologika, aber auch von "klassischen" systemischen Therapeutika wie Methotrexat, womöglich die "Entzündungslast" im organismus reduzieren könnte. Dies wiederum könnte sich schützen dhinsichtlich eienr gefürchteten Komplikation der psoriasis auswirken: Bluthochdruck, Atherosklerose, und Herzinfarkt bzw. Schlaganfall. Allerdings sin ddie entsprechenden daten eher als indirekte Hinweise zu sehen, keineswegs als Beweis. Zum jetzigen zeitpunkt halte ich es daher für viel wichtiger, als Psoriasis-Patient auf eien gesunde Lebensweise zu achten. möglichst nicht zu rauchen, auf sein Gewicht zu achten, und regelmässig Sport zu treiben, um dieses kardiovaskuläre Risko (das nur bei Patienten mit schwerer Psoriasis erhöht zu sein scheint) gering zu halten.

Alle Biologika dämpfen prinzipiell die Funktionen des Immunsystems. Die wichtigste Komplikation einer Biologika-Therapie sind daher Infektionen (z.B. Lungenentzündungen). Weil das Immunsystem nur "gebremst" reagieren kann, sind u.U. Warnsymptome wie z.B. Fieber eher schwach ausgeprägt. Als Patient und behandelnder Arzt sollt emna daher besonders aufmerksam bzgl. Zeichen für eien Infektion sein.

Welches Präparat für den einzelnen Patienten das richtige ist, sollte meiner Meinung nach der Patient entscheiden. In erster Linie versuche ich, hier die Wünsche udn Hoffnungen des Patienten zu berücksichtigen. Hier geht es um Fragen, ob das medikament womöglich besonders schnell helfen soll (Hochzeit in 6 Wochen), oder ob man nur wenige Injektionen pro Jahr wünscht (weil man z.B. beruflich viel unterwegs ist). Allerdings spielen auch medizinische Abwägungen eine Rolle. Derzeit bevorzugen Rheumatologen für die Therapie der Psoriasis-Arthritis immer noch die TNF-alpha Blocker.Die Wahl eines Patienten mit Psoriasis und Psoriasis-Arthrits dürfte daher derzeit noch eher auf ein solches Präparat fallen.

Generell ist es das Ziel, das einmal ausgewählte Biologikum möglichst langfristig zu geben. Zum einen ist dies oft der Wunsch der Patienten, die nicht warten wollen, ob bzw. wann die psoriasis wieder aufflammt. Zum anderen muiss man einen Sicherheitsaspekt berücksichtigen: Biologika sind Eiweisse, also eigentlich Antigene für den Körper. Dieser kann u.U. Antikörper gegen diese Eiweisse bilden, was zu Wirkverlust oder allergischen reaktionen führen kann. Diese Nebenwirkungen scheinen häufiger zu sein, wenn man ein Biologikum wiederholt an- und wieder absetzt. 

Frage von Anna |

Sehr geehrter Herr Prof. Boehncke
Biologika sind Medikamente der "jüngeren Generation" und in ihrer Wirkungsweise für Laien nur schwer verständlich.
Sind es in der Praxis auch eher jüngere Psoriasis-Betroffene, die sich zu einer Therapie mit einem Biologikum entscheiden, oder gehören gleichermassen ältere Psoriasis-Betroffene, die vielleicht schon einen sehr langen, beschwerlichen Therapiemarathon hinter sich haben, zu den Biologika-Patienten?
Freundliche Grüsse

Anna

Antwort

Aus meiner täglichen Praxis kann ich sagen, dass beides zutrifft: Viele ältere Patienten mit einem langen Leidensweg wollen endlich wirklich eind durchgreifende und anhaltende Besserung ihrer Symptome erleben. Und viele junge Menschen leiden sehr stark vor allem unter der Stigmatisierung durch Psoriasis, so dass für sie eine besonders hohe Effektivität ein wichtiges Kriterium bei der Wahl ihrer Therapie darstellt. Ich sehe allerdings immer wieder wirklich sehr positive Verläufe auch unter den "klassischen" Therapien. Für mich ist ein ganz wichtiger Vorteil der Biologika, dass sie praktisch keine Interaktionen mit anderen Medikamenten aufweisen. Das ist ein Vorteil insbesondere für ältere Menschen, die aufgrund anderer Erkrankungen schon viele Medikamente einnehmen müssen (z.B. wegen Bluthochdruck, Diabetes oder Asthma).

Frage von Corinne |

Sehr geehrter Herr Prof. Boehncke
Wenn ich richtig informiert bin, so braucht es für eine Verschreibung von Biologicals neben einer erfolglos durchgeführten herkömmlichen Therapie und Lichttherapie einen gewissen Schweregrad der Hautbetroffenheit (PASI). Wie erfolgt die Beurteilung des Schweregrades bei Psoriasis-Arthritis beziehungsweise welches sind die Voraussetzungen, damit der Arzt eine Biological-Therapie verschreibt, wenn die Haut nur gering betroffen, jedoch eine Psoriasis-Arthritis vorliegt?
Ich danke Ihnen schon im Voraus für Ihre Antwort.
Freundliche Grüsse
Corinne

Antwort

Bei der Beurteilung der Psoriasis-Arthritis ist in erster Linie der Rheumatologe gefragt. Als Basis dient die Zahl der geschwollenen und/oder schmerzhaften Gelenke: je mehr entsprechend betroffene Gelenke, desto schwerer die Arthritis. Der Therapieerfolg wird dann ähnlich wie mittels PASI für die Haut mit dem Rückgang dieser sowie einiger weiterer Parameter quantifiziert. Weiterhin werden dazu die Kriterien des American College of Rheumatology (ACR) benutzt. Dies ist insofern nicht ideal, als diese Kriterien eigentlich für die rheumatoide Arthritis entwickelt wurden. Bei der Psoriasis-Arthritis sind oft andere Gelenke betroffen. Aber in Ermangelung besserer bzw. allgemein akzeptierter anderer Kriterien orientiert man sich weiterhin daran. Eine Therapie der Arthritis gilt dann als effektiv, wenn der Wert für diese Kriterien um mindestens 20% sinkt (ACR20). Für Betroffene heisst das speziell, dass insbesondere die Zahl der geschwollenen und/oder schmerzhaften Gelenke entsprechend gesunken sein muss.

Frage von Müller Anton |

Guten Tag.
Warum wird die 100 g Diprosalic Pomade (Salbe) nicht mehr hergestellt ?

Antwort

Eine sehr gute Frage. Hautärzte und Patienten haben dieses Präparat (auch in dieser Packungsgrösse) eigentlich sehr gern gehabt. Scheinbar aber nicht gern genug. Hier handelt es sich schlicht um eine Geschäftsentscheidung der dieses Produkt vertreibenden Firma. Etwaige Risiken und Nebenwirkungen sind jedenfalls nicht der Grund für diese Entscheidung gewesen.

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