Psoriasis und Vitiligo aus komplementärmedizinischer Sicht

Diese Fragerunde findet statt am 19.5.2016 von 17-19h.

„Psoriasis und Vitiligo aus komplementärmedizinischer Sicht“

Wie kann man Psoriasis und Vitiligo mit alternativen Möglichkeiten behandeln?

Frau Fabienne Gigandet, Homöopathin und Drogistin, 6422 Steinen.

www.homoeopathie-gigandet.ch

Sie können Ihre Frage auch bereits vorgängig eingeben. Die Antworten und Fragen werden direkt am 16.5.2016 aufgeschaltet und live beantwortet.

Frage von Iris B. |

Guten Tag Frau Gigandet, es würde mich grundsätzlich interessieren, wie man Psoriasis mit alternativen Möglichkeiten behandeln kann. Was kann man einnehmen und mit was kann man die juckende Haut behandeln? Mit besten Grüssen und Dank

Antwort

Grüezi Frau B.

Besten Dank für Ihre Anfrage.

Naturheilkundlich kann man ganz Verschiedenes unternehmen gegen die Psoriasis. Beginnen wir z.B. mit der Homöopathie, wird der Homöopath/die Homöopathin Ihnen viele Fragen stellen und dann unter tausenden von Mitteln "Ihr" Mittel herausfinden. Es geht dort auch darum, der Ursache für die Hauterkrankung auf den Grund zu gehen. Homöopathie ist eine Individualtherapie, es gibt deshalb nicht das eine Psoriasismittel. Der Besuch einer Fachperson ist entsprechend ratsam.

Auch die Pflanzenheilkunde bietet viele Möglichkeiten. Cardiospermum (Ballonpflanze/Herzsame) hat ähnliche Eigenschaften wie Cortison, aber nicht dessen Nebenwirkungen.Vor allem sehr gut einsetzbar bei Juckreiz. Mahonia (Berberitze) wirkt direkt auf die Neubildung der Hautzellen und stellt das natürliche Gleichgewicht wieder her. Hamamelis (Zaubernuss) eignet sich hervorragend wenn lokale Entzündungen bestehen.

Es gibt langjährige Erfahrungen dazu, dass nässende Hauterscheinungen auf ein nicht ganz optimal laufendes Nieren-Blasensystem hinweisen, trockene Hautausschläge (wie z.B.) nach einer Stärkung der Leber verlangen. Oft kann eine Linderung bereits durch Trinken eines Leber-Galle-Tees erzielt werden. Sie erhalten diesen in Apotheken und Drogerien. Wenn Sie den eher bitteren Geschmack nicht mögen, kann man Ihnen im Fachgeschäft auch eine Tropfenmischung zusammenstellen oder aber einen Spagyrikspray, den Sie dann mehrmals am Tag in den Mund sprühen.

Sehr bewährt haben sich aus der Naturheilkunde auch die Schüssler Salze. Sie haben auch hier die Möglichkeit, verschiedene Mineralstoffe miteinander zu kombinieren. Juckreizstillend ist unter anderem die Nummer 7, Magnesium phosphoricum. Damit die ideale Kombination für Sie zusammengestellt werden kann, müsste man nun die Symptome etwas detaillierter wissen. In Apotheken und Drogerien kann man sie aber diesbezüglich sehr gut beraten.

Dies nur ein kleiner Teil aller Möglichkeiten - aber immerhin :-).

Beste Grüsse

Fabienne Gigandet

Frage von Fritz K. |

Guten Tag Frau Gigandet. Seit langer Zeit habe ich Psoriasis auf der Kopfhaut. Ich versuche diese mit verschiedenen Methoden etwas einzudämmen, was mir nur teilweise gelingt. Haben Sie einen Tipp, wie ich hier gute Resultate hinkriege? Was für eine Hautpflege ist angebracht und gibt es ev. etwas Pflanzliches das ich einnehmen könnte? Mit bestem Dank

Antwort

Guten Nachmittag

Auf der Kopfhaut ist die Anwendung mit Salben immer etwas herausfordernd, man möchte ja nicht fettige Haare haben. Dennoch tut es der Haut oft auch gut, wenn sie etwas "gefettet" im Sinne von genährt wird, da sie gerade bei Psoriasis ja doch eher trocken ist. Es empfiehlt sich deshalb, zwischendurch die Haare scheitelweise abzutrennen und lokal eine Salbe aufzutragen. Positive Erfahrungen dazu konnte ich mit der Pflanze Mahonia, eine Berberitzenart, sammeln. Sie erhalten die Mahoniasalbe (Rubiderm) der Firma OMIDA in Apotheken und Drogerien. Sie ist aber recht reichhaltig, deshalb am besten abends auftragen, über Nacht einwirken lassen und am Morgen die Haare mit einem sanften, eventuell rückfettenden Shampoo zu waschen. Sie reguliert die Zellneubildung der Haut.

Eine andere Möglichkeit, falls Sie auch leichte Entzündungen und möglicherweise Juckreiz haben, ist eine Anwendung mit der Pflanze Hamamelis (Zaubernuss). Sie wirkt entzündungshemmend und auch juckreizstillend. Gerade für die Anwendung im Bereich Haarboden eignet sich der Hamamelis-Spray der Firma Schwabe Pharma. Es handelt sich hier um ein Wasserdampfdestillat das nicht fettet. Entsprechend können Sie diesen Spray mehrfach täglich auf die betroffenen Stellen auftragen.

Innerlich wäre beispielsweise eine Kur mit Nachtkerzenölkapseln unterstützend denkbar.

Freundliche Grüsse

Fabienne Gigandet

Frage von Hans Portner |

Guten Tag Frau Gigandet. Früher wallte ich Wirz- Wirsingkohl aus, legte die Blätter auf die Psoriherde und erstellte einen Okklusivverband mit gutem Resultat. Seit kurzem verwende ich Weisskohl-Salbe mit Schweineschmaltz (ist dieser nicht gichtfördernd?),Bienenwachs und 10% Weisskohlsaft. Gibt es auch Wirsing-Salbe? Welches ist besser? Welche Komponenten bewirken eine Besserung der Psoriasis? mit bestem Dank.

Antwort

Guten Tag

Besten Dank für Ihre Anfrage.

Weisskohl und Wirsing dürften in etwa eine ähnliche Wirkung aufweisen, da sie von der gleichen Pflanzenfamilie abstammen. Eine Wirsing-Salbe ist mir nicht bekannt, was aber nicht heisst dass es sie nicht gibt.

Wirsingkohl wird als so genanntes Reinigungsmittel eingesetzt, weil er äusserlich angewendet Flüssigkeit durch die Haut anziehen kann und damit eine Art Entgiftung auslöst. Entsprechend kann ich mir gut vorstellen dass Ihnen die Auflagen mit den Blättern gut getan haben, wirken die Inhaltsstoffe doch auch entzündungshemmend. Wie sind Ihre persönlichen Erfahrungen mit der Weisskohlsalbe? Der Anteil von 10% Weisskohlsaft (Urtinktur?) entspricht den gängigen Anteilen in Salben und Cremes. Schweinefleisch innerlich kann in der Tat Gicht fördern oder bei viel Genuss dessen auch Gichtanfälle auslösen, äusserlich angewendet denke ich jedoch nich, dass sich dies in grossem Mass in den Gelenken bemerkbar macht.

Gute Erfahrungen habe ich mit der Pflanze Mahonia (Berberitzenart) gemacht. Sie wirkt regulierend auf die erhöhte Zellneubildung, was bei einer Psoriasis, aber beispielsweise auch bei Akne der Fall ist. Ausserdem ist sie ebenfalls entzündungshemmend und auch juckreizstillend. Mahonia erhalten Sie in der Apotheke/Drogerie in flüssiger Form als Tinktur oder aber auch in Salbenformen zur erleichterten Anwendung.

Freundliche Grüsse

Fabienne Gigandet

Frage von Manu |

Guten Tag Frau Gigandet, was empfehlen Sie grundsätzlich gegen das Jucken der Haut? und welche Homöpathische Zusammensetzung wäre gegen das Jucken sinnvoll ?

Antwort

Grüezi Frau Meyer

Besten Dank für Ihre Anfrage.

In der klassischen Homöopathie wird individuell behandelt, entsprechend bräuchte man etwas mehr Angaben über die Ursache des Juckreizes (Insektenstich, Schwellung, Hauterkrankung,...) und auch der Stelle des Juckreizes. Es gibt mehrere 100 verschiedene Mittel die bei "Juckreiz" zur Anwendung kommen können.

Generell sehr bewährt als allgemeine Lösung hat sich die Pflanze "Cardiospermum", die im Fachhandel sowohl in homöopathischer wie auch pflanzlicher Form (Globuli für die innerliche Anwendung oder Lotions und Cremes für den äusserlichen Gebrauch) erhältlich ist. Cardiospermum, der Herzsame/die Ballonpflanze, hat ähnliche Eigenschaften wie Cortison, wirkt juckreizstillend und entzündungshemmend, hat aber nicht die Nebenwirkungen von Cortison.

Gerne hoffe ich, Ihnen mit dieser Antwort weitergeholfen zu haben. Ansonsten einfach wieder melden.

Beste Grüsse

Fabienne Gigandet

Frage von Meyer |

Guten Tag, ich habe soeben über Chia Samen gelesen. Diese sollen sehr gesund,und auch gut für die Haut sein. Ist dies so,und haben Sie bereits Erfahrungen damit gemacht ?

Antwort

Grüezi Frau Meyer

Chia-Samen erfreuen sich derzeit grosser Beliebtheit. Solche "Strömungen" lassen sich immer wieder beobachten, sei es nun mit Teebaumöl, Grapefruitkernextrakt oder nun eben Chia.

Nebst Protein enthält Chia auch Mineralien, Antioxidantien und verschiedene Vitamine. Vor allem die Ballaststoffe werden hochgelobt, weshalb Chiasamen oft auch als Begleitung von Diäten empfohlen wird. Dadurch dass sie ohne Geruch und ohne Geschmack daher kommen, kann man sie auf verschiedenste Arten einsetzen (in Saft, in Müesli, in Smoothies, in Brot,...).

Was nun der Effekt auf die Haut betrifft, gibt es tatsächlich ebenfalls positive Rückmeldungen. Die Haut soll glatter werden, unreine Haut schöner und Juckreiz weniger, bzw. ganz weg gegangen sein. Da Chiasamen auf verschiedene Organe positiven Einfluss nehmen, auch auf das generelle Wohlbefinden, stellt sich die Frage, woher die Wirkung auf die Haut nun kommt. Geht man davon aus, dass die Haut "der Spiegel der Seele" ist, und man sich mit Chia wohl fühlt, dann hat das sowieso ebenfalls einen guten (Neben-)Effekt.

Jedenfalls empfiehlt sich eine Einnahme von Chia nicht von Anfang an in hohen Dosen, sondern schön sachte starten und die Menge dann langsam erhöhen. Eine Kur sollte mindestens 4 - 6 Wochen gemacht werden, da die Haut in der Regel 28 Tage braucht um sich einmal zu erneuern. Ein Resultat ist also nicht innert wenigen Tagen zu erwarten.

Sonnige Grüsse

Fabienne Gigandet

Frage von Cornelia |

Sehr geehrte Frau Gigandet
Ich habe einmal mit einer Homöopathin gesprochen und sie gefragt, was sie bei Psoriasis empfehlen würde. Sie hat dann schon fast die Augen verdreht und gemeint - bevor man die Haut angehen kann, müssen alle anderen Schwierigkeiten, die der Körper zu bewältigen hat, gelöst werden. Die Haut komme immer erst am Schluss und sei deshalb so schwierig zu behandeln.
Stimmt das? Kann Psoriasis-Plaque "isoliert" mit homöopathischen Mitteln gar nicht behandelt werden? Braucht es immer auch noch eine Diagnose, "was sonst nicht stimmt" und wenn ja, müssen dann zuerst diese sichtbaren oder unsichtbaren Beschwerden behandelt werden?
Ich danke Ihnen, wenn Sie mich hier in Sachen Homöopathie und Haut etwas aufklären können!
Freundliche Grüsse
Cornelia

Antwort

Grüezi Cornelia

Gerne verrate ich Ihnen hier ein paar "Geheimnisse" im Bezug auf Homöopathie und Haut. Tatsächlich freuen wir uns in der Homöopathie, wenn Beschwerden auf der Haut auftreten. Man geht davon aus, dass eine Heilung von innen nach aussen erfolgt, bzw. erfolgen soll. In der Regel wird bei einer homöopathischen Behandlung nicht direkt auf die Probleme der Haut eingegangen, sondern man erfasst einen Klienten in seiner Ganzheit. Selbstverständlich gehört da auch die Haut mit dazu, jedoch sollen zuerst die anderen Symptome bessern bevor das Hautleiden verschwindet. So ganz nach dem Motto: die Haut habe ich im Blick, ich kann sie beobachten und weiss was sie tut. Gehen die Beschwerden weg von der Haut und ins Innere des Organismus, wissen wir nicht genau was sich dort dann entwickelt.

Es dürfte mit ein Grund sein, warum Hautbeschwerden homöopathisch oft recht erfolgreich behandelt werden können, weil man von innen nach aussen arbeitet und "aufräumt". Wir sprechen dann von einer so genannten konstitutionellen Therapie. Was die Dauer der Therapie angeht, darf man auch in der Homöopathie keine Wunderheilung in Sekunden erwarten. Es gilt die Faustregel: so viele Jahre wie ein Leiden bereits besteht, so viele Monate kann die Therapie dauern. Das bedeutet nicht, dass man erst nach so vielen Monaten eine Verbesserung spürt, diese kann relativ bald schon eintreten, aber abgeschlossen ist die Behandlung nicht nach ein paar Tagen.

Ich hoffe, Ihnen damit etwas mehr Klarheit vermittelt zu haben.

Herzliche Grüsse

Fabienne Gigandet

Frage von Simone |

Liebe Frau Gigandet
Als Psoriasis-Betroffene habe ich eine gewisse Angst davor, einmal an Psoriasis-Arthritis zu erkranken. Dies führt dazu, dass ich vielleicht auch ganz normale, körperliche Verschleisserscheinungen oder Entzündungen, die vielleicht eine ganz andere Ursache haben, überbewerte oder eben sich in mir der Gedanke festsetzt: "Jetzt hast du Psoriasis-Arthritis".

Ich habe zwei Fragen an Sie:
1. Bietet die Homöopathie (oder andere alternative Methoden) präventiv Möglichkeiten, wie man sich vor Entzündungen im Körper allgemein schützen kann?
2. Wenn eine Psoriasis-Arthritis vorliegt: Welche Therapien bieten sich aus Ihrer Sicht an?

Ich danke Ihnen sehr herzlich für Ihre Antwort und ich freue mich darauf!

Freundliche Grüsse
Simone

Antwort

Liebe Simone

 

Besten Dank für Ihre Anfrage. Ihre Ängste kann ich durchaus nachvollziehen.

Was die homöopathische Therapie angeht, kann ich Ihre beiden Fragen in einem beantworten: die klassische Homöopathie zielt darauf ab, die gesamte Konstitution einer Person zu stärken, damit sie nicht mehr anfällig reagiert (ganz allgemein). Insofern ist die Therapie bei einer Fachperson der Homöopathie immer in einem gewissen Sinn auch eine Vorbeugung, nur dass das Ganze etwas anders abläuft als eine Vorbeugung wie man sie im herkömmlichen Sinn kennt. In Ihrem Fall würde ein Homöopath/ eine Homöopathin zuerst versuchen Ihre Ängste in den Griff zu kriegen. Alles was uns nämlich in geister oder psychischer Form belastet, kann sich auch in körperlichen Anzeichen zeigen. Das oberste Ziel der Homöopathie ist, ein gesamtheitliches Wohlbefinden herzustellen und auch zu erhalten, was sich auf allen Ebenen abspielt und nicht nur z.B. auf der körperlichen. Im Bereich einer bereits vorliegenen Psoriasis-Arthritis würde ebenso vorgegangen werden: Sie werden als gesamtes Individuum erfasst, inklusive aller Eigenheiten welche Sie mitbringen, und dann erhalten Sie ein homöopathisches Mittel das Sie auch in Ihrer Ganzheit behandelt. Es werden also nicht nur die akut vorliegenden Symptome der Psoriasis-Arthritis angegangen, sondern Ihre gesamte Konstitution.

Selbstverständlich können Sie auch mit anderen Therapieformen gute Ergebnisse erzielen. Oft eignene sich so genannte Therapiekonzepte, in welchen z.B. Schüssler Salze mit pflanzlichen Tinkturen oder Tees kombiniert werden. Man stärkt dann einerseits die direkt betroffenen Organe oder Organsysteme und kann gleichzeitig aber auch akut belastende Symptome angehen. Sehr bewährt haben sich auch spagyrische Mischungen, welche Ihnen von Drogerien und Apotheken spezifisch für Sie gemischt werden, je nach aktuellem Befinden.

Gerne hoffe ich, dass Ihnen meine Antwort weiterhilft und grüsse Sie freundlich

Fabienne Gigandet

Frage von CG |

Guten Tag Frau Gigandet
Seit 1.5 Jahre probiere ich meine Psoriasis mit natürlichen Therapien zu behandeln und habe Verschiedenes probiert: Nachtkerzenöl, Krillöl, Spagyrik (Tropfen), ayurvedische Salbe, homöopathische Salbe (Rubisan) und seit 2 Monate mache ich eine Therapie nach TCM. Jede "Therapie" habe ich mehrere Monate lang gemacht, nicht nur ein Paar Tage/Wochen. Leider muss ich sagen, dass diese verschiedene Versuche bisher keinen Erfolg brachten. Seit 2 Wochen entwickeln sich Psoriasis-Plaque an meinen Füssen, Knie, Ellbögen und Ohren welche stark jucken, so dass ich mich von kratzen nicht abhalten kann. Dementsprechend ist mein Bedarf nach einer wirksamen Therapie höher denn je so dass ich mich doch überlege, mit der üblichen schulmedizinischen Therapie anzufangen. Ich bin davon gar nicht begeistert, aber irgendwie habe ich das Gefühl, dass ich auf komplementärmedizinische Therapien gar nicht reagiere. Kann das sein? Kommt dazu, dass die Kosten sich summieren (meine Zusatzversicherung deckt die Psoriasis-verursachte Kosten nicht) und ich doch Zeit und Energie darin investiere. Was würden Sie mich empfehlen? Soll ich noch etwas probieren, wenn ja was, oder soll ich es lieber lassen und auf Schulmedizin "umsteigen". Ich bedanke mich für Ihre Antwort.
Freundliche Grüsse

Antwort

Guten Abend

Ich danke Ihnen für Ihre sehr offenen und persönlichen Informationen. Da ich in jüngeren Jahren selber stark unter Neurodermitis gelitten habe, kann ich nachempfinden wie es Ihnen mit Ihrer Haut wohl gehen muss. Es ist förmlich "zum aus der Haut fahren". Auch dass Sie in Betracht ziehen, mit schulmedizinischen Präparaten zu arbeiten, ist verständlich. Dazu wissen sollte man, dass in den meisten Fällen die schulmedizinische Therapie zwar schnelle Erfolge sichtbar macht, diese aber oft nicht von langer Dauer sind. Dennoch kann es eine gute Zwischenlösung sein. Warum? Die Haut ist der Spiegel unserer Seele (nicht nur, aber auch). Wenn Sie sich nun in Ihrer Haut nicht wohl fühlen, dann tut das auch Ihrer Seele nicht gut. Das Selbstbewusstsein kann darunter leiden. Es löst wie eine Art Stress aus, was sich wiederum negativ auswirken kann. Ich habe mehrfach beobachtet, dass Personen mit Hautleiden sich selbst eine Pause gönnten mit schulmedizinischen Präparaten, im Wissen dass die Hautbeschwerden mit dem Absetzen der Medikamente wieder kommen werden. Aber in dieser Pause konnten sie selbst wieder Kraft schöpfen, Zuversicht und Selbstbewusstsein gewinnen und fühlten sich dann stark genug, es wieder mit einer anderen Variante zu versuchen.

Wenn ich dies richtig erfasst habe, versuchten Sie es bislang vorwiegend mit äusserlicher Therapie, abgesehen von den Ölen und Spagyrik? Meine persönlichen Erfahrungen sind mit Homöopathie sehr positiv, allerdings nicht mit der Selbstbehandlung sondern in einer Therapie beim Homöopathen mit so genannten Hochpotenzen. Für mich war dies damals das Schlüsselerlebnis, warum ich zur Homöopathie gekommen bin. Für den akuten Juckreiz könnten Sie es allenfalls mit Schüssler Salzen versuchen, Nr. 7, Magnesium phosphoricum bietet sich hier an. Dies würde ausserdem allgemein entspannend wirken. Ich stelle mir vor, dass es an Ihre persönliche Ruhe geht, mit der ganzen Juckerei und Kratzerei. Auch die Pflanze Cardiospermum (Herzsame) könnte ich mir noch vorstellen gegen Ihren Juckreiz, dies in äusserlicher Anwendung.

Es gibt übrigens auch homöopathisch tätige Ärzte, deren Therapie von der Grundversicherung der Krankenkasse bezahlt wird. Sie finden bei der Patientenorganisation "Homöopathie Schweiz" eine entsprechende Therapeutenliste www.homoeopathie-schweiz.org.

Mit den besten Wünschen für eine rasche gute Besserung

Fabienne Gigandet

Frage von Ruth |

Liebe Frau Gigandet
Seit mehr als 40 Jahren leide ich an einer generalisierten Vitiligo. Auch meine Mutter war betroffen. Vor 30 Jahren hat mich ein in der Schweiz tätiger indischer Arzt mit Homöopathie behandelt. Später habe ich nochmals einen mehrjährigen Versuch bei einer Homöopathin unternommen. Leider konnten keine Repigmentierungen festgestellt werden. Ob ich den Verlauf der Krankheit etwas verlangsamen konnte, weiss ich natürlich nicht.
Welche Erfahrungen haben Sie mit Vitiligo-Patienten gemacht?
Vielen Dank für Ihre Antwort und herzliche Grüsse!

Antwort

Liebe Frau A.

Meine persönlichen Erfahrungen mit Vitilgo-PatientInnen sind leider nur mässig, ich hatte deren noch nicht viele. Die Therapie dürfte vermutlich, wie Sie richtig erkannt haben, vor allem das Fortschreiten gebremst haben und bremsen, weniger die Repigmentierung wieder herstellen.

Allerdings habe ich mehrere Kollegen die mit Schüssler Salzen sehr erfolgreich waren, was die Pigmentierung (auch anderer Formenkreise) anbelangt. Inzwischen gibt es einige Drogerien und Apotheken, die sich im Bereich Schüssler-Salz-Beratung spezialisiert haben. Vor allem empfehlen kann ich Ihnen die Drogerie Käch in Hochdorf.

Mit besten Grüssen

Fabienne Gigandet

Frage von cg |

Guten Tag Frau Gigandet
Seit 1.5 Jahr behandle ich meine Psoriasis mit "natürlichen" Methoden, dabei habe ich Verschiedenes probiert: Nachtkerzenöl, Krillöl, Aromatherapie, Spagyrik, homöopathische Salbe (Rubisan), ayurvedische Salbe, und seit 2 Monate mache ich eine Therapie nach TCM. Leider haben diese verschiedene Therapien wenig bis kein Erfolg gezeigt. Seit 2 Wochen bilden sich Psoriasis-Plaques auf meine Füsse, Knöchel, Knie, Ellbögen und Ohren welche stark jucken. Dementsprechend ist mein Bedarf an einer wirksamen Therapie höher denn je und ich überlege mich auf Schulmedizin "umzusteigen". Ich bin davon nicht überzeugt, habe jedoch das Gefühl dass komplementärmedizinische Therapien bei mir nicht wirken, kann das sein? Was würden Sie mich empfehlen? Bei welchen Therapien aus der Komplementärmedizin haben Sie die grössten Erfolge gegen Psoriasis beobachtet? Was kann man da grundsätzlich erwarten, eine leichte Linderung der Symptome oder eine deutliche, anhaltende Verbesserung der Gesamtsituation?
Vielen Dank für Ihre Antwort und beste Grüsse.

Antwort

Als "Schulmediziner" muss ich mich mit Kommentaren zu "alternativen" methoden zurück halten. Ich halte es jedoch für wichtig festzustellen,d ass es derzeit ein breites Spektrum von Medikamenten mit guter bis sehr guter Wirksamkeit zur Therapie der Schuppenflechte gibt. Fèr diese Ansätze finden sich viele belastbare daten aus klinsichen Studien, baer auch "aus dem richtigen leben" 8z.B. sog. Register). Natürlich sind dies alles "klassische" Pharmaka, mit Risiken und Nebenwirkungen. Allerdings bin ich der Meinung, dass unser Fach (Dermatologie) in dne letzten 10 jahrne fast nirgends derart grosse Fortschritte gemacht hat, wie auf dem Gebiet der Psoriasistherapie.

Vielleicht wäre eine Lichttherapie ("Phototherapie") ein guter Kompromiss?

Frage von cg |

Sehr geehrte Frau Gigandet
Herzlichen Dank für Ihre Antwort und Ihre konkrete Tipps. Kann ich eine homöopathische Behandlung mit Hochpotenzen parallel zur TCM-Therapie (innerlich, Pflanzenpräparate) machen oder würden Sie es nicht empfehlen? Bzgl. Cardiospermum, würden Sie die Salbe Cardiospermum-N von Omina anwenden?
Freundliche Grüsse

Antwort

Liebe Frau G.

Es empfiehlt sich in der Regel, sich vor allem auf eine Therapie zu konzentrieren. Einerseits damit sich die beiden Arten sich nicht gegenseitig stören und andererseits damit man als Klient dann auch abschätzen kann, welche Variante einem mehr zusagt. Hier gilt nicht der Grundsatz "mehr hilft mehr". Vielleicht sprechen Sie Ihren TCM-Therapeuten einmal darauf an, wie er den aktuellen Verlauf beurteilt. Dann können Sie auch am ehesten abschätzen wie es weitergehen soll.

Als lindernde Salbe kann ich die von Omida empfehlen, sie enthält 10% Urtinktur der Pflanze und es gibt sie, je nach Bedarf, in etwas leichterer Form als Creme oder in reichhaltigerer Option als Salbe.

Herzliche Grüsse

Fabienne Gigandet

Frage von M.C Bern |

Guten Tag
habe seit Aug. 2016 Otezla verschrieben bekommen mit seh gutem Erfolg , endlich habe einen Winter ohne Jucken und Schmerzen hinter mich, leider habe ich mit der Krankenkasse viele Probleme ( bezahlt leider diesen Medikament nicht Visana Krankenkasse ) trotz das mich mein Artzt verschrieben hat mit meherern Fotos und berichten was kann man dagegen tun es kostet bis heute
mir 6800.- Fr. habe selber bezahlt wo kann man noch melden gruss C.M

Antwort

Otezla ist in der tat ein vielversprechendes neues Medikament gegen Schuppenflechte. da wir erst Juni 2016 haben, gehe ich davon aus, dass Sie das medikament sient August 2015 (nicht 2016) einnehmen. Damals war das Medikament in der Schweiz noch nicht in dem Sinne zugelassen, dass ein Preis zwischen Firma und Aufsichtsbehörde vereinbart worden ist. Ich bin kein Jurist und kann Ihnen deshalb nicht sagen, ob und wie es möglich ist, die Kosten für dieses Medikament für die Anwendugn in der Vergangenheit erstattet zu bekommen. Seit einigen Monaten ist Otezla allerdings offiziell und mit definiertem Preis in der Schweiz zugelassen. Sofern die Voraussetzungen erfüllt sind (Behandlung von erwachsenen Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Plaque-Psoriasis, die auf eine andere systemische Therapie nicht angesprochen haben, eine solche nicht tolerieren oder wenn eine solche kontraindiziert ist), muss eien Erstattung durch die Krankenversicherugn erfolgen. Aber: Vorsicht, es müssen eben diese Voraussetzungen erfüllt sein. Haben Sie tatsächlich zuvor eine andere systemische Therapie (z.B. Methotrexat) verwendet, ohne dass diese asureichend effektiv war, oder haben Sie diese nicht vertragen, oder durften Sie diese aus naderen medizinsichen Gründen nicht einnehmen? All die smuss von Ihrem behandelnden Hautarzt nachvollziehbar dokumentiert sein, bevor eien Versicherugn die Kosten erstatten darf. 

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