Begleiterkrankungen bei Psoriasis

Diese Fragerunde findet statt am 15.10.2015 von 17-19h.

Begleiterkrankungen bei Psoriasis
Frau Dr.med Julia Tatjana Maul, Dermatologische Klinik, Universitätsspital Zürich
http://www.dermatologie.usz.ch/Seiten/default.aspx

Kennen Sie die Zusammenhänge von Psoriasis und anderen Erkrankungen? Was ist unter Begleiterkrankungen zu verstehen? Und welche Erkrankungen treten typischerweise in Zusammenhang mit Psoriasis auf? Stellen Sie uns Ihre Fragen online!

Sie können Ihre Frage auch bereits vorgänig eingeben. Die Antworten werden direkt am 15.10.2015 aufgeschaltet und live beantwortet.

Frage von Patrick |

Haben Antibiotika einen positiven oder einen negativen Einfluss auf Psoriasis?

Antwort

Antibiotika haben grundsätzlich keinen negativen Einfluss auf die Psoriasis, jedoch sollten diese nicht einfach ohne Grund eingenommen werden und nur bei Infekten eingesetzt werden.

Bei einer Unterform der Psoriasis vulgaris, der Psoriasis guttata (Psoriasis mit kleinherdigen, "tropfenartigen" Läsionen), die häufig mit Streptokokken Infektionen und Tonsillitiden einhergeht, können Antibiotika einen positiven Einfluss haben. 

In der Mehrzahl der Fälle (bei Kindern > 60%) wird die Psoriasis guttata durch eine vorherige Streptokokken Infektion (meist der oberen Atemwege) ausgelöst. Die Streptokokken werden dann als Trigger der Psoriasis gewertet.

Frage von Kurt Scherrer |

Kein Arzt konnte mir (64) in den letzten paar Jahren eindeutig sagen, ob angesichts meiner langjährigen chron. Psoriasis vulgaris meine zunehmenden Gelenkbeschwerden (v.a. Entzündungen u/od. Verkalkungen) "nur" Arthrose sind oder vielmehr beginnende Psoriasis Arthritis. Gibt es einen Zusammenhang zwischen Psoriasis und altersbedingt zunehmenden Gelenksverkalkungen? Worin unterscheiden sich diese allenfalls von Psoriasis-Arthritis? (Ich hatte in den letzten 4-5 Jahren nebst 2 Knieoperationen li wegen Meniskus und Ganglien auch bereits beidseitig Schulterinfiltrationen wegen Verkalkungen oder etwa 6 "Spickfinger"-Operationen und stehe jetzt kurz vor einer Op. zwecks Hüftgelenksersatz.)

Des Weiteren interessieren mich als Psoriatiker angesichts obiger Beschwerden allfällige therapeutische Möglichkeiten etwa mit befristeten hochdosierten Vitamin-D3-Gaben/Magnesium/Calcium/Kalium -- oder sehr auch die bisherigen Ergebnisse bezügl. Vitamin-B-Komplexe aus jener neusten Studie an Ihrer Univ.-klinik. Besten Dank!

Antwort

In jeden Fall sollten Sie sich erneut bei einem Rheumatologen vorstellen, denn insgesamt weisen ca. 20 % der Psoriasis Patienten eine Psoriasis Arthritis auf. Es ist möglich, dass eine Arthrose und eine Psoriasis Arthritis gleichzeitig bestehen. Beide Erkrankungen gehen mit progredienten Gelenkbeschwerden einher. Die Entzündungsreaktion, die im Rahmen der Psoriasis besteht,  kann auch dazu führen das die Gelenke irreversibel geschädigt werden. Eine Psoriasis -Arthritis kann mit antientzündlichen Medikamenten (MTX, Biologics, small molecules) behandelt werden.

Ebenfalls ist bekannt, dass Patienten, die eine Nagelpsoriasis aufweisen, häufig ebenfalls bereits unter einer Gelenkpsoriasis leiden bzw. ein erhöhtes Risiko haben, dies im Laufe des Lebens zu entwickeln. Ich würde Ihnen empfehlen sich von einem Dermatologen bezüglich einer Nagelpsoriasis untersuchen zu lassen.

Vitamin D 3 wirkt antientzündlich und kann unter ärztlicher Kontrolle auch systemisch verabreicht werden. Es wird daher bei einer entzündlichen Ursache der Gelenkbeteiligung verschrieben. Es sollte jedoch nie ohne Verordnung eingenommen werden. Eine hochdosierte Vitamin D3 Gabe kann gefährlich sein, da es zu Verkalkungen der Niere führen kann.

Wir empfehlen daher auch eine Behandlung mit Vitamin D in topischer (äusserlicher) Form, wie bspw. Curatoderm Creme. Es sind zahlreiche Kombinationspräparate von Cortison und Vitamin D wie Xamiol Gel zur Behandlung der Kopfhautpsoriasis erhältlich, die sehr gute Resultate zeigen.

Bezüglich Vitamin B 12 haben wir keine Studien. Die Datenlage ist diesbezüglich sehr unklar.

Frage von Martha Bürgler |

Liebe Frau Maul, mir ist bekannt, dass bei Psoriasis die Entzündungen im Vordergrund stehen, die sich überall im ganzen Körper zeigen können. Gibt es Möglichkeiten sich irgendwie zu schützen, um nicht dauernd von irgend welchen zusätzlichen Krankheiten "heimgesucht" zu werden? Nicht unbedingt Biologics... Vielen Dank im Voraus!

Antwort

Es handelt sich grundsätzlich bei der Psoriasis um eine Systementzündung, die in der Tat häufig mit Ko- Morbiditäten vergesellschaftet ist. Daher soll Sie optimal therapiert werden.

Bei der Behandlung der Psoriasis kommt es darauf an, in welchem Schweregrad Sie sich befinden. Die Psoriasis wird eingeteilt in leicht, mittelschwer und schwer. Gemäss den einzelnen Therapiestufen werden Sie entweder topisch (äusserlich mit Crems oder Licht) oder systemisch (in Tablettenform oder Spritzenform) behandelt. Zusätzlich sollten wegen der Ko- Morbiditäten regelmässig Screening- Untersuchungen beim Hausarzt durchgeführt werden. (u.a. Bestimmung der Blutfette, Messung des Blutzuckers, Puls- und Blutdruckmessung und Bestimmung des Body Mass Index (BMI) als Maß für Übergewicht)

Zu den konventionellen systemischen Therapien gehören: Methotrexat, Fumaderm, Cyclosporin, Acitretin

Zu den Biologics gehören: TNF- α Antagonisten: Adalimuma (Humira), Etanercept (Enbrel), Infliximab (Remicade); IL- 12/23 Antagonsit: Ustekinumab (Stelara); IL- 17 Antagonist Secukinumab (Cosentyx)                                                                                          

Zu den Small-Molecules (Phosphodiesterase-4 Anatgonist) gehört:  Apremilast (Otezla)

Wichtig ist allgemein eine gute Behandlung der Psoriasis - egal ob mit einer konventionellen oder einer moderneren Therapie-, um die Entzündungsreaktion zu unterdrücken. Gerade bei einer assoziierten Psoriasis Arthritis ist eine frühzeitige und ausreichende Therapie (mit einer systemischen Therapie) notwendig, um keinen irreversiblen Gelenkschaden zu verursachen.

Frage von Hans Gubler |

Hat die Psoriasis einen Einfluss auf den (erhöhten) Cholesterinspiegel ?

Antwort

Der Mechanismus ist noch nicht genau bekannt. Jedoch haben Ko-Morbiditäten wie das Metabolische Syndrom (Adipositas, Diabetes mellitus und Dyslipidämie) einen erhöhten Einfluss auf die Psoriasis. Es ist bekannt, dass eine Behandlung der Ko-Morbiditäten wie eine Gewichtsreduktion zu einer Verbesserung der Psoriasis führt. Eine Erhöhung des Cholesterinspiegels gehört in den Formenkreis der Dyslipidämien. Eine bessere und gesündere Ernährung, keine Alkohol, kein Rauchen und Sport können somit einen günstigen Verlauf der Psoriasis nach sich ziehen.

Frage von Ingrid Oliveri |

Gibt es schon Studien ueber die positive Wirkung bei Psiorasi-Artrite bei den neuesten Medikamenten, welches sind Ihre Nahmen, sind sie von den Krankenkassen akzeptiert? Besten Dank und Gruesse aus dem Tessin

Antwort

Für die Behandlung der Psoriasis Arthritis sind u.a. die neuen Medikamente Otezla (Apremilast, small-molecule) und Cosentyx  (IL-17 Antagonist, Biologics) sowie die Biologics, die bereits länger auf dem Markt sind wie TNF- α–Antagonisten und IL 12 /23 Antagonisten,  zugelassen. Diese sollten auch bei gegebener medizinischer Indikation von Ihrer Krankenkasse übernommen werden.

Es gibt sehr viele Studien, die eine sehr gute Wirksamkeit der neuen Medikamente (Biologics und small-molecule) bei Patienten mit Psoriasis Arthritis zeigen.

Hier stelle ich Ihnen einige wenige Studien vor:

1.)  PALACE-1-Studie: randomisierte, kontrollierte Phase-III-Studie PALACE-1 zur Effektivität und Sicherheit des oralen PDE-4-Inhibitors Apremilast (Otezla) bei Patienten mit aktiver PsA.

Otezla führt bei relativ guter Verträglichkeit und Sicherheit zu einer effektiven Verbesserung der Krankheitsaktivität und Symptomatik sowie körperlichen Funktion bei Patienten mit aktiver PsA.    

Arthur Kavanaugh et al., Treatment of psoriatic arthritis in a phase 3 randomised, placebo-controlled trial with apremilast, an oral phosphodiesterase 4 inhibitor, Ann Rheum Dis. 2014 June; 73(6): 1020–1026.

2.)   TNFα-Antagonisten (Adalimumab, Etanercept, Golimumab und Infliximab)

Eine Metaanalyse über randomisierte, placebokontrollierte Studien zeigt  die hohe Effektivität und Sicherheit von TNFα-Inhibitoren zur Therapie von Patienten mit Psoriasis Arthritis.

Lemoset al, Treatment of psoriatic arthritis with anti-TNF agents: a systematic review and meta-analysis of efficacy, effectiveness and safety; Rheumatol Int. 2014 Oct;34(10):1345-60.

3.)   Ustekinumab (Stelara) hemmt radiologische Progression bei Patienten mit Psoriasis Arthritis.

Die Ergebnisse einer Analyse aus den beiden randomisierten, kontrollierten Phase-III-Studien PSUMMIT-1 und -2 zu dem Anti-IL-12/23 Antikörper Ustekinumab, der im Herbst 2013 zur Therapie der aktiven PsA zugelassen wurde.

Arthur Kavanaugh et al., Ustekinumab, an anti-IL-12/23 p40 monoclonal antibody, inhibits radiographic progression in patients with active psoriatic arthritis: results of an integrated analysis of radiographic data from the phase 3, multicentre, randomised, double-blind, placebo-controlled PSUMMIT-1 and PSUMMIT-2 trials, Ann Rheum Dis. 2014 June; 73(6): 1000–1006.

Frage von Manuela |

Liebe Frau Dr. Maul
Offensichtlich tragen Psoriasis-Betroffene viele entzündungsfördernde Botenstoffe in sich, die dann zur Entwicklung einer Psoriasis oder einer Begleiterkrankung führen oder diese fördern können.

Kann die Anzahl solcher entzündungsfördernder Botenstoffe im Körper gemessen werden? Und wenn ja: Gibt es "psoriasis-spezifische" Botenstoffe, aus denen sich ein direkter Zusammenhang mit der effektiven Psoriasis Plaque oder dem Risiko für einen Ausbruch einer Psoriasis oder von Begleiterkrankungen herstellen lässt? Gibt es "gute" und "schlechte" entzündungsfördernde Botenstoffe?
Was kann ich als Patientin selber tun, damit sich die (schlechten) entzündungsfördernden Botenstoffe nicht zu sehr vermehren?

Ich danke Ihnen schon im Voraus herzlich für Ihre Antwort.
Freundliche Grüsse
Manuela

Antwort

In der psoriatischen Entzündung werden zahlreiche Entzündungsmediatoren nachgewiesen wie TNF-alpha, Interferon, IL- 17. All diese spezifischen Entzündungsmediatoren sind in der Psoriasis erhöht. Es gibt jedoch keinen spezifischen Marker, um das Risiko zu messen.

Durch einen Nachweis von proinflammatorischen Mediatoren wird gezeigt, dass die Psoriasis nicht nur als lokale Entzündung, sondern als Systemerkrankung zu gelten hat.

Das Risiko resultiert entsprechend der genetischen Prädisposition. Ist ein Elternteil mit Psoriasis betroffen besteht ein 30 % iges Risiko, bei 2 Elternteilen ein 60% iges Risiko. Ebenfalls spielen noch externe Faktoren eine Rolle.

Psoriasispatienten können ein völlig normales Leben führen. Von Vorteil sind ausreichend Sport, eine gesunde Ernährung sowie regelmässige Untersuchungen beim Hausarzt zur Abklärung bzw. guten Behandlung der Ko-Morbiditäten.

Durch eine Behandlung mit Biologics (TNFα-Antagonisten, IL 12/23 oder IL17 Antagonisten) oder auch mit der konventionellen systemischen Therapie können diese Entzündungsmediatoren unterdrückt werden und damit die Psoriasis behandelt werden.

Frage von Sarah Pierpaoli Surber |

Ich habe seit meinem 10. Lebensjahr (bin nun 47) eine mittlere bis nun leichtere Psorisis. Ich habe festgestellt, dass ich eher selten an Infekten leide (Grippe, schwere Erkältungen etc,). Ich vermute, dass durch die chronische Entzündung in meinem Körper mein Immunsystem dauernd am arbeiten ist und ich dadurch auch weniger oft krank werde wie andere. Im Gegenzug fühle ich mich aber oft energielos. Hat sonst noch jemand diese Erfahrung gemacht ?
Ich habe schon mehrmals gehört, "Psoriasis sei die Krankheit der Gesunden.."
(mein Cholesterinspiegel ist übrigens auch immer zu hoch - darum interessante Frage von Herrn Gubler..)
Besten Dank.

Antwort

Durch die Entzündung in der Haut und im ganzen Körper sind Psoriasis Patienten allgemein besser gegen spezifische virale und bakterielle Infekte geschützt.  Superinfektionen der Haut sind daher seltener. Es kommt im Rahmen der Erkrankung zu einer überschiessenden Immunantwort, die in einem besseren Infektions-Schutz resultiert.

Es ist bekannt, dass Psoriasis Patienten häufiger unter Müdigkeit leiden. Die Psoriasis ist mit mehreren Ko-Morbiditäten (metabolisches Syndrom, Herzkreislauferkrankungen wie Arteriosklerose und Herzinfarkt, Diabetes mellitus, Morbus Crohn und Depression) vergesellschaftet. Zum einen führen die Ko-Morbiditäten, zum anderen die kontinuierliche Entzündungsreaktion, die im Körper vonstatten geht, zu einer Müdigkeit.

Ebenfalls können Nebenwirkungen einer systemischen (Tabletten oder Spritzen) Psoriasis - Therapie – egal ob Biologics oder die konventionellen Therapien wie Methotrexat – häufig mit Müdigkeit und Abgeschlagenheit aber auch mit Infekten einhergehen. Durch diese Medikamente wird Ihr Immunsystem unterdrückt und daher können die Folge Infekte und Abgeschlagenheit sein.

 

Frage von Laura S. |

Guten Tag Frau Dr. Maul, Ich leide seit 20 Jahren an einer leichten bis mittleren Psoriasis. Nun höre ich immer wieder von Begleiterkrankungen, welche bei einer Psoriasis auftreten können. Kann ich vorbeugen und etwas tun, damit die Wahrscheinlichkeit von Begleiterkrankungen eingedämt sind? Und wieviel Psoriasis Betroffene leiden zusätzlich an einer Begleiterkrankung? Mit bestem Dank für Ihre Antwort

Antwort

Ja, Psoriasis Patienten leiden häufiger als die Allgemeinbevölkerung unter weiteren Begleiterkrankungen der Psoriasis. Dazu zählen u. a. das metabolische Syndrom, Herzkreislauferkrankungen wie Arteriosklerose und Herzinfarkt, Diabetes mellitus, Morbus Crohn und Depression.  Sie können einigen dieser Krankheiten vorbeugen bzw. deren teilweise schwerwiegenden Folgen rechtzeitig verhindern durch eine gesündere Lebensführung und regelmässige Kontrolluntersuchungen.

Es wird deshalb empfohlen regelmäßig folgende Untersuchungen vorzunehmen:

  • - regelmässige Bestimmung der Blutfette
  • - regelmässige Bestimmung des Body Mass Index (BMI) als Mass für Übergewicht
  • - regelmässige Messung des Blutzuckers
  • - regelmässige Puls- und Blutdruckmessung

 

Es weisen ca. 20 % der Psoriasis Patienten eine Psoriasis Arthritis auf und fast die Hälfte der Psoriasis-Patienten über 65 Jahre leidet an mindestens einer Begleiterkrankung.

Frage von Edith Sommer |

Die Frage von Sarah Pierpaoli ist interessant. Den ich habe auch mit Müdigkeit zu kämpfen. Man hat nun einen sehr tiefen Cortisolwert gemessen. Kennt man Zusammenhänge zwischen diesem Wert und einer Psoriasis? Mit besten Grüssen

Antwort

Es ist kein Zusammenhang zwischen erniedrigten Cortisol Werten und Psoriasis bekannt.

Frage von Irene |

Gibt es einen direkten Zusammenhang zwischen der Schwere der Psoriasis und dem Risiko für Begleiterkrankungen?
Habe ich mit einer schweren Psoriasis automatisch ein höheres Risiko?
Ich danke Ihnen schon im Voraus für Ihre Antwort.

Antwort

Ja, es gibt einen Zusammenhang zwischen der Schwere der Psoriasis und dem Risiko für Begleiterkrankungen. Bitte lesen Sie hierzu auch die anderen Antworten.

Frage von Anna |

Sehr geehrte Frau Dr. Maul
Ich habe gelesen, dass Psoriasis und Übergewicht sich gegenseitig fördern können.
Habe ich als Psoriasis-Betroffene einen tieferen Grundumsatz oder verbrauche ich weniger Kalorien? Oder inwiefern kann Psoriasis Übergewicht nach sich ziehen? Gibt es besondere Tipps, wie ich als Psoriasis-Betroffene Übergewicht verhindern oder reduzieren kann?

Antwort

Es ist bekannt, dass übergewichtige Psoriatiker einen schwereren Krankheitsverlauf aufweisen als Normalgewichtige. Ebenfalls verstärkt Adipositas die Psoriasis. Es ist bekannt, dass sich Gewichtsverlust positiv auf den Verlauf der Psoriasis auswirkt.

Es konnte in verschiedenen Studien gezeigt werden, dass u.a. das Hormon Leptin bei Adipositas zur einer Psoriasis Verschlechterung beiträgt, da es die proinflammatorischen Mediatoren (z.B. Interleukin 6 und TNF-α) freisetzen kann.

Bei schwerer Psoriasis wie auch bei Adipositas sind neben Leptin weitere Fettzell-spezifische Marker verändert. Resistin, das den Hunger fördert, liegt in zu hoher Konzentration vor und das Hungergefühl ist ebenfalls hoch. Die Konzentration von Adiponectin, das den Hunger reguliert, fällt ab und die normale Hungerbremse ist gelöst. Um diesen Teufelskreis zu durchbrechen, ist eine interdisziplinäre Zusammenarbeit der Hausärzte, Internisten und Dermatologen notwendig.

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