Einflüsse von Stress und Ernährung

Diese Fragerunde findet statt am 23.4.2015 von 17-19h.

"Lebensstil und Hautkrankheit: Einflüsse von Stress und Ernährung auf Psoriasis."
Dr.med. Marc Fouradoulas, FMH Innere Medizin, Oberarzt Psychosomatik, Inselspital Bern, beantwortet Ihre Fragen zu diesem Thema. Wie können Psoriasisbetroffene ein Verbesserung der Symptome bewirken, indem sie auf Stress und Ernährung achten? Gibt es Zusammenhänge? Was sagen die Studien?

Sie können Ihre Frage auch bereits vorgänig eingeben. Die Antworten und Fragen werden direkt am 23.4.2015 aufgeschaltet und live beantwortet.

Frage von Jasmin |

Ich bin Psoriasisbetroffene und Vegetarierin. Daher esse ich gerne und öfters Pasta und Getreideprodukte. Oft höre ich, dass man Gluten eher meiden sollte.  Wäre dies sinnvoll auch wenn ein Blutest zeigte, dass ich nicht auf Gluten allergisch reagiere?

Antwort

Sie sprechen das kontroverse Thema "Nonceliac Gluten Sensitivity" (NCGS) oder Antikörper-negative Glutenunverträglichkeit an.

Bei Psoriasis gibt es keine Untersuchungen, die  einen Nutzen von Glutenverzicht bei negativen Antikörpern zeigen.

Die Bezeichnung ist ohnehin irreführend, da es keinen objektiven Test für NCGS gibt und Sie nicht wissen, ob Sie auf Gluten oder ein anderes Protein (Bsp. Weizenallergie) reagieren.

Trotz allem gibt es Fälle von NCGS (unabhängig von Psoriasis), welche von einem Verzicht auf Gluten profitieren und bei erneuter Einnahme Beschwerden (Magen-Darm-Symptome, Müdigkeit, Depressionen) entwickeln.

Wenn Sie es wirklich wissen wollen, müssten Sie sich eine Auslassdiät unterziehen.

Auf jeden Fall ist der Test auf Zöliakie-Antikörper für Psoriasis-Betroffene sinnvoll, da Zöliakie bei Psoriasis gehäuft vorkommt und der Glutenverzicht in diesen Fällen oft zu einer Symptomverbesserung führt. 

Frage von Marthe Rosa Bürgler |

Neben Psoriasis habe ich seit etwas mehr als 1 Jahr Diabetes. Ist diese Kombination mit der Entzündung im Zusammenhang ? Und wie steht es mit Fleisch nur etwa 3x/Woche? Stress mache ich mir oft selbst ;) Vielen Dank für Ihre Antwort!

Antwort

Sie haben recht, Psoriasis ist eine chronisch entzündliche Erkrankung und mit einem erhöhten Risiko für Diabetes mellitus Typ 2 und Herz-Kreislauf-Krankheiten verbunden.

Sinnvoll ist es hier diese chronische Entzündung über den Lebensstil zu beeinflussen. Am besten ist dies für Gewichtsreduktion und mehr körperliche Aktivität belegt. Viel Fleischkonsum wirkt über die darin enthaltenen Omega-6-Fettsäuren eher entzündungsfördernd. Besser wäre mind. 2x/Woche Fisch zu essen. Der Konsum von fettreichem Fisch (Lachs, Makrele, Hering etc.) wirkt über die enthaltenen Omege-3-Fettsäuren entzündungshemmend. 

Wichtig ist ausserdem die Reduktion von schnell-resorbierbaren Kohlehydraten (Zucker, Weissbrot, Pasta, Reis) und möglichst Gemüse-betont zu essen. Auch dies hat einen Einfluss auf die Entzündung.

Frage von Edgar Koller |

Als Rentner habe ich keinen Berufsstress mehr. Dennoch geht die Psoriasis nicht zurück. Bei der Ernährung mache ich keine Diäten: ich esse, was ich gern habe. Auf was sollte ich verzichten?

Antwort

Leider gibt es keine spezifische "Psoriasis-Diät". Dafür sind die Studien nicht eindeutig genug. 

Es gibt aber gute Hinweise, dass Psoriasis über die Ernährung beeinflussbar ist. Es geht hier also um Tendenzen. Wichtig ist, dass diese Empfehlungen generell gesundheitsfördernd sind!

Verzichten ist immer schwierig, ersetzen funktiert besser. Ganz grob:

- Weniger Fleisch-/mehr Fischkonsum (fettreicher Fisch wie Lachs, Thunfisch, Makrele)

- Mehr komplexe Kohlehydrate (Vollkorn, Gemüse), weniger raffinierte Kohlehydrate (Zucker, Weissbrot, Pasta etc.)

- 5 Portionen Gemüse und Früchte täglich

- Achten Sie auf die richtigen Öle und Fette: Leinöl, Kokosnussöl und Olivenöl sind gegenüber Pflanzenölen (Sonnenblumenöl, Sojaöl) zu bevorzugen. Verzichten Sie wenn möglich auf Trans-Fettsäuren, wie in Margarine und frittiterten Nahrungsmitteln

- Mehr frisch zubereitete Nahrungsmittel, weniger Fertigprodukte

- Wenn Sie übergewichtig sind, würden Sie von einer Gewichtsreduktion in Bezug auf die Psoriasis wahrscheinlich profitieren. 

Frage von C. G. |

Meine grösste Stressquelle ist zur Zeit die Krankheit selbst. Was würden Sie empfehlen, um den Teufelskreis Psoriasis->Stress->mehr Psoriasis->mehr Stress->… zu unterbrechen? Gibt es z.B. empfehlenswerte Therapien die helfen, mit der Krankheit besser umzugehen und den von der Krankheit verursachten Stress zu reduzieren?
Über das Thema Psoriasis und Ernährung habe ich so viele Informationen gelesen, dass ich nicht mehr weiss wo ich ansetzen sollte (kein Gluten, kein Fleisch, keine Milchprodukte, … >> was denn?) Was sind die 2-3 wichtigsten, fundierten Facts bezüglich Ernährung und Psoriasis? Auf welche Lebensmittel loht es sich wirklich zu verzichten?
Besten Dank im Voraus für Ihre Antworten. Freundliche Grüsse.

Antwort

Stress und Krankheitsbewältigung sind immer individuell. Zu hohe Ziele und Erwartungen können auch zu Stress und Enttäuschungen führen. Identifizieren Sie Ihre Einflussmöglichkeiten (Entspannungsmassnahmen, Sport, Ablenkung) und schreiben Sie sich diese am besten auf, z.B. in einem Tagebuch.

Wenn Sie Ihr Mögliches getan haben ist es wichtig, die Krankheit zu akzeptieren und dazu zu stehen, auch gegenüber dem sozialen Umfeld. Den Stress macht man sich meist selber, z.B. durch den inneren Kampf gegen die Krankheit.

Facts bzgl. der Ernährung:

1. Gewichtsreduktion bei Übergewicht reduziert auch die Psoriasisaktivität

2. Übermässiger Alkoholkonsum verschlechtert die Psoriasisaktivität

3. Lassen Sie sich kontrollieren auf Zöliakie-Antikörper. Falls positiv verzichten Sie auf Gluten und achten auf den Effekt.

4. Es gibt keine "Psoriasis-Diät", nur Einflussmöglichkeiten. Wir allen haben einen individuellen Stoffwechsel und Lebensstil und müssen auf diesem Weg ausprobieren.

5. Gute Hinweise gibt es für den Einfluss der Fettsäuren (mehr Omega-3/Fischöl, weniger Omega-6, keine Trans-Fettsäuren) und eine Ernährung reich an Antioxidantien (Gemüse, Früchte). 

Ich hoffe, dies genügt Ihnen soweit

Frage von F. Lury |

Sehr geehrter Herr Dr. Fouradoulas,

Ich habe gelesen, dass eine säurereiche Ernährung zur Übersäuerung des Körpers führt und dass man sich deshalb zur Minderung der Symptomatik einer Psoriasis vermehrt basische Lebensmittel zuführen soll ( http://www.hautinfo.at/schuppenflechte/ernaehrung-und-darm-113/gute-nahrungsmittel-bei-psoriasis-293.html ). Was halten Sie von dieser Empfehlung? Ist es nicht so, dass die Körperzellen und auch Systeme im Blut den pH-Wert in den Zellen und im Blut stets so regulieren, dass nur durch die Ernährung bedingt unmöglich ein langfristiges Säure-Basen-Ungleichgewicht entstehen kann?

Danke für Ihre Antwort.
Mit freundlichen Grüssen.
Herr F. Lury.

Antwort

Ja, der Körper kann dies gut ausgleichen. Bedenken Sie aber dass die meisten gesunden Nahrungsmittel (Gemüse, Früchte, Nüsse) basisch sind und eher ungesunde Nahrungsmittel (Zucker, Fleisch) auf der sauren Seite sind. 

Frage von F. Lury |

Sehr geehrter Herr Dr. Fouradoulas,

Ich plane eine Weihrauch-Therapie bei P. guttata mit vereinzeltem seltenem Gelenksbefall und habe bereits in der Kirche meines Vertrauens gesegneten Weihrauch bestellt (Empfehlung von http://www.hautinfo.at/schuppenflechte/ernaehrung-und-darm-113/gute-nahrungsmittel-bei-psoriasis-293.html ). Wie oft pro Tag sollte ich Weihrauch rauchen und über welche Zeitdauer?

Danke für Ihre Antwort.
Mit freundlichen Grüssen.
Herr F. Lury.

Antwort

Na ja, aus der Nocebo-Forschung wissen wir, dass eine negative Erwartungshaltung ausreicht, um Entzündungsstoffe (Prostaglandine) auszuschütten und Symptome zu verursachen. Die Placebo-Forschung hat gezeigt, dass bei einer positiven Erwartung im Gehirn schmerzhemmende Stoffe (Enndocannabinoide, Opioide) ausgeschüttet werden. Unser Geist ist also mächtig.   

viel Erfolg

Frage von F. Lury |

Sehr geehrter Herr Dr. Fouradoulas,

Ich habe gelesen, dass kurzfristige psychische Stressereignisse manche Zellen des Immunsystems so verändern, dass sie sich offenbar besser in der Haut niederlassen können und möglicherweise so eine Psoriasis verschlechtern können. Kann denn langfristiger Stress die Symptome einer Psoriasis sogar lindern, weil bei langfristigem Stress bei Psoriatikern höhere Cortisolspiegel bestehen?

Danke für Ihre Antwort.
Mit freundlichen Grüssen.
Herr F. Lury.

Antwort

Lieber Herr Flury

Das ist eine gute Frage. Kurzfristiger Stress erhöht den Cortisolspiegel und hemmt somit die Entzündungsaktivität. Darum werden wir auch erst krank, wenn der Stress vorbei ist, wie z.B. am Wochenende oder in den Ferien. Bei langfristigem Stress kann der Cortisolspiegel unterhalb des Normalwertes absinken. Bei Psoriasis wurden wiederholt erniedrigte Cortisolspiegel und sogar abgeschwächte Stressreaktionen festgestellt. D.h. es liegt ein chronischer Stresszustand vor. Dadurch ist die Gegenregulation zur Entzündung zu schwach und die autoimmune Aktivität zu hoch. Umso wichtiger ist es auf Erholung und einen gesunden Lebensstil zu achten.

   

Frage von C.I. |

Sehr geehrter Herr Dr. Fouradoulas
Zucker in seinen verschiedenen Erscheingungsformen (Kristallzucker, Fruchtzucker etc). soll den sogenannten Candida-Pilz im Darm ernähren und dazu führen, dass sich Candida-Bakterien laufend vermehren.
Es gibt deshalb verschiedene Candida-Diäten (Verzicht auf Zucker, Früchte, Weissmehle, z.T. auch Fleisch und weitere Nahrungsmittel).
Befürworten Sie eine solche Diät bzw. gibt es Hinweise darauf, dass der erhöhte Verzehr von Zucker, Früchten und hellen Mehlen einen für die Psoriasis negativen Einfluss auf die Darmbakterien haben kann?
Ich freue mich auf Ihre Antwort!
Freundliche Grüsse
C.I.

Antwort

Generell sind wir mit raffinierten Zuckern und Kohlehydrate heutzutage überversorgt. Die schädlichen Auswirkungen sind vielfältig, profund aber zumeist subtil. Mit oder ohne Candida sollte man den Konsum möglichst gering halten.  

Für den Einfluss von Zucker auf die Darmbakterien sind mit keine Studien bekannt. Ich halte die Problematik für vernachlässigbar, da schnell resorbierbare Zucker im oberen Darmtrakt aufgenommen werden und die wichtigen Darmbakterien- das Mikrobiom- im Dickdarm sitzen. Die Candida-Problematik bei fehlender Immunschwäche und ohne klinische Anzeichen (Bsp. Schleimhautbeläge) ist sehr kontrovers. Mir sind hierfür keine guten Studien und schulmedizinischen Empfehlungen bekannt.       

Beim Früchtkonsum hätte ich keine Bedenken, eher bei übermässigem Konsum von Fruchsäften, da die enthaltene Fruktose den Leberstoffwechsel überfordern und dort zu Fettablagerungen führen kann.  

Ich hoffe, ich konnte Ihre Frage ausreichend beantworten.

Frage von Anna |

Ist es sinnvoll, als Psoriasis-Betroffene regelmässig Entspannungsübungen zu machen? Sehen Sie in Ihrem Alltag als Arzt, ob sich regelmässige Entspannungstechniken auf den Zustand der Psoriasis auswirken? Falls ja: Wie finde ich heraus, welche Entspannungstechnik mir persönlich am besten hilft?

Antwort

Entspannungsübungen sind wichtig wenn Sie unter Stress stehen. Stress hat nachgewiesen einen negativen Einfluss auf Psoriasis. Psoriasis ist eine entzündliche Erkrankung und Stress fördert Entzündungen, moderater Sport und Entspannung hemmen Entzündung. Einen guten Nachweis gibt es für Mindfulness Based Stress Reduction (MBSR) bei Psoriasis. Allerdings gibt es bei Psoriasis sogennante "Stress-Responder" und "Non-Stress-Responder", d.h. nicht bei allen verschlechtert sich die Psoriaisis durch Stress. Selbstbeobachtung ist also wichtig. 

Probieren sie die verschiedenen Techniken (z.B. autogenes Training, progressive Muskelrelaxation nach Jakobson, Hypnose) aus. Wichtig ist, dann dass Ihnen wohl dabei ist und Sie regelmässig diese anwenden und einüben, so können Sie die Entspannnung besser und effizienter "erlernen". Sie muss auch zu ihrem Lebensstil passen. Wenn Sie z.B. viel sitzen, dann ist mehr sportliche Aktivität sinnvoller.   

Frage von Romi Oehninger |

Meine Mutter hat seit Kindheit eher leichte Psorias. Sie trinkt regelmässig Rotwein, isst Fleisch, Wurstwaren und Milchprodukte sowie Weizen, Gerste etc. Würde es definitiv etwas bringen, wenn sie das reduzieren oder etwas ganz weglassen würde? Haben Sie da neue Erkenntnisse? Und wie weit hat Vitamin D einen Einfluss? Herzlichen Dank, R. Oehninger

Antwort

Lieber Herr Öhninger

Fleisch und Wurstwaren sind eher ungünstig wegen die Omega-6-Fetten. Sie haben einen negativen Einfluss auf die Entzündungsaktivität. Es gibt aber keine konkrete Empfehlung bei Psoriasis. Rotwein moderat (1-2 Glas/d) ist unbedenklich und enthält gesunde Stoffe (Resveratrol). Für Milchprodukte und Psoriasis gibt es keine spezifischen Studien. Beim Weizen würde ich einen Bluttest auf Zöliakie machen lassen. Zöliakie kommt bei Psoriasis-Betroffenen gehäuft vor und die Psoriasis verbessert sich dann meist durch Weglassen von Gluten auch.     

Vitamin D wird topisch bereits standarddmässig bei Psoriasis angewendent. Für eine Supplementierung in oraler Form gibt es zu wenig eindeutige Studien. Der Nutzen einer Supplementierung überwiegt aber klar gegenüber schädlichen Auswirkungen. Vitamin D ist ein entzündungsmodulierendes hormonähliches Vitamin. Daher würde ich es messen lassen und einen Zielwert von über 70 nmo/l anstreben.  

Sehen Sie sich bzgl. Ernährung am besten auch die anderen Antworten an 

Frage von Manuela |

Guten Abend Herr Fouradoulas
Psoriasis kann ja auch durch einen psychischen Schock oder Stress (Todesfall, Scheidung etc.) ausgelöst werden. Ist es möglich mit einer Therapie, die das Trauma des Schocks verarbeitet, gleichzeitig auch die Psoriasis zu behandeln?

Antwort

Wenn Sie zu den "Stress-Respondern" gehören, dann hilft jede Therapieform, welche den Stress mindert. Am besten identifizieren Sie die Stressursache und gehen das Problem an der Wurzel an. Bei einem belastenden Lebensereignis könnten Sie von Bewältigungsstrategien profitieren. Nachgewiesene Effekte gibt es hier z.B. für Gruppentherapien und kognitiver Verhaltenstherapie.  

Frage von babybel@gmx.ch |

Sehr geehrter Herr Dr. Fouradoulas

Ich hätte eine ganz grundlegende Frage: Haben denn Ernährung und Stress überhaupt einen Einfluss auf die Psoriasis? Und falls ja, wäre dann eine Psychotherapie nicht angebrachter als Methotrexat und Cortisonpräparate? Respektive welche Ernährung wäre die Richtige?

Besten Dank und herzilche Grüsse

Antwort

Es gibt hier keine Pauschallösung für alle. Wir alle haben einen individuellen Stoffwechsel und Lebensstil. Daher ist es in den Studien auch so schwierig, eindeutige Effekte nachzuweisen da es sich um langfristige niederschwellige Effekte handelt.

Das ist aber ein grundsätzliches Problem bei Ernährungsstudien. Wenn Sie z.B. viel Fleisch und Kohlehydrate essen und Ihre Ernährung umstellen auf viel Gemüse und fettreichen Fisch, dann erzeugen Sie in ihrem Körper ein ganz anderes Milieu, was sich auch auf die Psoriasis (und andere entzündliche Erkrankungen, inkl. Alterungsprozesse) auswirkt. Bei Psoriaisis gibt es z.B. gute Studien für den Einsatz von Fischölen. Die nötige Menge konnte aber nicht festgelegt werden. Natürlich nicht, die Resorption und vorbestehenden Reserven sind individuell.     

Eindeutig ist, dass übergewichtige Psoriatiker von einer Gewichtsreduktion profitieren und übermässiger Alkoholkonsum Psoriasis verschlechtert.

Sehen sie sich dazu auch die anderen Antworten zu diesem Thema an.  

Wenn Sie unter psychischer Belastung stehen ist es sinnvoll, Sie wenden Sich an ihren Arzt um die Notwendigkeit einer Psychotherapie zu klären. Ob sie damit die Cortisontherapie ersetzen können ist spekulativ, aber vielleicht einen Versuch wert.  

 

Frage von Susanna |

Sehr geehrter Herr Dr. Fouradoulas
Ich habe meine Psori dank verschiedener Umstellungen in meinem Leben stark reduzieren können, u.a. Ernährung mit mehr Früchten u. Gemüsen, wenig Fleisch, wenig Stress durch Berufswechsel etc.
Verschiedentlich habe ich gelesen, dass die tägliche Einnahme von Omega 3-Fettsäuren, z.B. Fischöl- od. Krollöl-Kapseln neben einer ausgewogenen mediterranen Ernährung die Psoriasis-Symptome zu verringern vermag. Gibt es dazu konkrete Studien? Wenn zusätzliches Omega 3 hilft, welche Prozesse werden im Körper dadurch positiv beeinflusst?
Freundliche Grüsse
(Jg. 1947)

Antwort

Das ist eine sehr gute Frage und ich freue mich über Ihre Erfolge. Es gibt einige Studien zu den Omega-3-FS. Die besten Ergebnisse wurden mit Infusionen erreicht. Der Effekt war aber nicht konsistent. Unklarheit besteht immer noch über die notwendige Dosis und Dauer. Die bestehenden Omega-3-FS Spiegel wurden dafür aber nie untersucht. Zusätzliche Omega-3-FS machen natürlich nur Sinn wenn Sie einen Mangel haben. Sie können diese Spiegel aber im Blut bestimmen lassen (Omega-6/Omega3-Ratio) und entsprechend supplementieren und einen Ziel-Verhältnis (Omega-6/3) von 3:1 anstreben. Dann wissen Sie wo Sie stehen.

Omega-3-FS beeinflussen die Entzündungsaktivität, das Immunsystem, die Genexpression, die Gehirnfunktion (ca. 25% der Lipide im Gehirn sind Omega-3s). Sie sind ein wichtiger Bestandteil von Zellmembranen und für deren Plastizität unentbehrlich.  

 

Frage von Susanna |

Was weiss man über Hypnose in Zusammenhang mit Psoriasis?

Antwort

Für Hypnose bei Psoriasis gibt es ein paar Einzelfall-Beschreibungen, keine Studien per se. Das Problem mit der Hypnose ist, dass sie individuell funktioniert und man keine grossen Studien durchführen kann. Daher wird sie auch nie den Wissenschaftlichkeitsgrad wie z.B. der standardisierten Verhaltenstherapie erreichen. Das ist ein methodisches Problem, sollte Sie aber nicht von einem Versuch abhalten. Hypnose bei einem erfahrenen Therapeuten oder auch Selbsthypnose haben ein grosses Potential.    

Frage von Christa |

Lieber Herr Fouradoulas
Ich habe Ihre interessante Antwort betreffend Cortisol gelesen und eine Anschlussfrage dazu:
Kann ein dauerhaft unter dem Normalwert liegender Cortisolspiegel behandelt werden? In welchen Fällen wird eine solche Behandlung durchgeführt?
Ich danke Ihnen sehr herzlich für Ihre Antwort.

Antwort

Dies wird nicht standardmässig gemessen da eine Behandelung, also eine Substitution die eigene Cortisolproduktion hemmt. Nur wenn die Nebenniere keine Cortisol mehr produzieren kann wie z.B. bei eine strukturellen Störung, wird hier behandelt. Hier geht es aber um einen funktionellen Hypokortisolismus. Am besten funktioneren da Erholung und Stressabbau.   

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